Pressestimmen

2015

Frischfleisch

Der trailer berichtete von der Offenen Bühne mit Theresa Hahl.

trailer ruhr von Benjamin Trilling

Für DichterInnen ist das KulturCafe auf dem RUB-Campus ein raues Pflaster. Das bekommt auch die etablierte Slammerin Theresa Hahl zu spüren, als sie ansetzen will, ihre poetischen Texte vorzutragen. Feierabendstimmen, die hinten an der Theke ein Bierchen wollen, dringen in den Raum. Die Dichterin auf der Bühne stoppt kurz und guckt genervt auf ihren Zettel: „Hey, wir machen hier Lyrik.“ Doch die Bierseligkeit lärmt weiter: Gläser klirren, Kästen scheppern – Rilke würde sich im Grabe umdrehen. Jetzt reicht es ihr: „…sonst komme ich gleich mit einem Gedicht vorbei.“ Irgendwann schallt ihre Stimme laut wie melodisch durch den Raum. Das gehört dann aber schon zum Text, den sie verliest: „Hat Ronja Räubertochter so gesungen.“ [weiterlesen]

Bochumer Schüler lernen in der Schreibwerkstatt

Die WAZ berichtete ebenfalls ausführlich von der Schreibwerkstatt im Blue Square.

WAZ / Der Westen vom 26. Januar 2015 – von Wilma Kost

Bochum. Jeden dritten Donnerstag findet im Blue Square die Schreibwerkstatt statt. Literaturinitiative Treibgut unterstützt Kinder in ihrer Kreativität.

Erst mal ist das Blatt auf dem Tisch noch weiß – das soll sich aber schnell ändern. Aus dem Etui nimmt Jan einen Stift. Dann geht’s ans Aufwärmen mit dem „Knick-Spiel“. Dabei wird eine witzige Geschichte entstehen. Nach jedem Knick im Blatt wird ein Wort hinzugefügt und das Papier geht reihum weiter an das nächste Kind.

Es ist ein typisches Einstiegs-Spiel in der Schreibwerkstatt für Kinder von der Literaturinitiative Treibgut in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität. Jeden dritten Donnerstag im Monat können Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre in den Blue Square kommen und ihrer schreiberischen Kreativität freien Lauf lassen. [weiterlesen]

Das Rezept für eine gute Geschichte: Hauptsache spannend!

Der Bochumer Stadtspiegel schrieb einen längeren Beitrag über unsere Schreibwerkstatt.

Stadtspiegel vom 21. Januar 2015 – von Petra Vesper

„Meine Geschichte handelt von einem Wolfwer. Das ist das Gegenteil von einem Werwolf.“ Alexander hat schon über zwei Seiten in seinem DinA5-Heft vollgeschrieben und weiß bereits genau, wie es weitergehen soll: „Ein Junge bekommt den Wolfwer zu Weihnachten geschenkt, weil die Eltern den für einen Hund halten. Nachts verwandelt er sich dann in einen Menschen.“ Bei der Schreibwerkstatt der Ruhr-Uni im „Blue Square“ arbeitet der Zehnjährige eifrg am Fortgang seiner Geschichte.

Und da ist Alexander nicht allein. Zwischen fünf und zehn Kindern sind es, die sich regelmäßig an jedem dritten Donnerstag eines Monats im „Blue Square“ an der Bongardstraße 16-18 treffen, um gemeinsam über ihren Geschichten zu brüten, Ideen auszutauschen oder Tipps zu bekommen. Gestartet im September letzten Jahres, ist das Projekt sofort gut angelaufen. Das freut vor allem die Organisatoren, die studentische Literaturinitative „Treibgut“. Antonia Rumpf, Caroline Königs und Katharina Mraz, alle drei Studierende der RUB, haben die Schreibwerkstatt ins Leben gerufen, betreuen nun die Kinder, geben Hilfestellung auf der Suche nach dem richtigen Wort oder guten Rat für den richtigen Spannungsbogen.

Weiterlesen:

2014

Kreissägen-Amok

Der trailer berichtete vom Auftakt der neuen Lesereihe „Schriftbruch“.

trailer ruhr 11/14 von Benjamin Trilling

Eigentlich lohnt es sich nicht, darüber zu streiten. Aber als die Literatur-EntertainerInnen von Treibgut dann als gute SeefahrerInnen schöne Papierschiffchen falten, kommt doch die Frage nach der ästhetischen Dignität des Selbstgebastelten auf: Ist das nun Kunst oder kann das weg?

Für Ulrich Schröder, einer der Treibgut-Leser an diesem Abend im Neuland, eine klare Sache: „Wir sind doch hier nicht bei den Urbanen Künsten Ruhr.“ Denn darüber, was Kunst ist, entschieden die Urbanen Künste im Sommer nicht nur, sondern zeigten in der Administration ihrer Kulturproduktion in etwa so viel Fingerspitzengefühl wie einst Walter Ulbricht in der Innenpolitik, als sie das studentische Wandbild „Hoffnungen, Träume und Ängste der RUB-Studenten“ an der Ruhr-Uni kurzerhand durch neue Offizialkunst ersetzten – Kunstzerstörung durch Kunst. Das Resultat, ein grauer Klecks mit der Aufschrift „Hope“, ist auch die traumatische Inspirationsquelle für Schröders satirischen Beitrag an diesem Treibgut-Abend. [weiterlesen]

2013

Treibgut aus Pandoras Büchse

Der trailer rezensiert unsere Jubiläumsanthologie Pandoras Büchsenöffner

trailer ruhr 02/13 – von Frank Schorneck

Es ist keine Seltenheit, dass sich (nicht nur) junge Leute zu Literaturzirkeln zusammen

schließen, doch nur wenige existieren über einen längeren Zeitraum. Umso erstaunlicher, dass die an der Bochumer Ruhr-Universität angesiedelte Gruppe „Treibgut“ mittlerweile ihr zehnjähriges Bestehen feiern kann. Schließlich bringt allein der reguläre Studienbetrieb einen regen Wechsel mit sich und macht kontinuierliche Arbeit nicht gerade leicht. „Die Zusammensetzung der Gruppe hat sich seit der Gründung im Sommersemester 2002 natürlich stark gewandelt, zumal sich seit der Einführung des Bachelor die durchschnittliche Studiendauer stark verkürzt hat“ erläutert Ulrich Schröder, der als einziges Gründungmitglied noch in der Gruppe aktiv ist. Aber „im Gegensatz zum Internationalen Videofestival, das 2012 erstmals nicht stattfinden konnte, ist es uns trotz des Kreditpunkte-Terrors als Folge gestufter Studiengänge gelungen, die Zahl der Aktiven nicht nur zu halten, sondern sogar zu vergrößern.“ Schröder ist sich daher sicher, dass Treibgut auch künftig fester Bestandteil der Campus-Kultur bleiben wird. [weiterlesen]

Launige Lesung mit Treibgut-Literaten im Zacherheaderlogo_standard

Die Ruhr-Nachrichten berichteten von unserer Lesung „Eingedost und ausgebüchst“ im Bermuda3eck

Ruhr Nachrichten Bochum, 3. März 2013 – von Maren Mensinger

Das Zacher war an diesem Abend gut gefüllt. Aus Treppen wurden Sitzmöglichkeiten und wo keine Sitze mehr waren, wurden Stehplätze eingeführt. Die Stimmung? Ausgelassen und gesellig. Zwischen Bier, Zigaretten und Unterhaltungen las die Campus-Literaturgruppe viele ihrer Texte vor.
Witzige, nachdenkliche und spannende Geschichten über das Leben, das Sein und die Liebe. Über das Verlangen zu kompostieren, wie Matthias Schamp vorlas, oder andere Geschichten, wie die über einen unerfahrenen Journalisten und über einen Mann, der einem sprechenden Baum begegnet – von solchen Begebenheiten handelten die Texte.
Dramatisch, frech, ironisch und aufregend wurden die Auszüge aus dem Buch vorgetragen. Die jungen Künstler wirkten sympathisch und entspannt. Den Gästen des Zachers gefiel das, sie wollten selbst nach einer halbstündigen Verlängerung nicht gehen.
[weiterlesen]

2012

Studierende öffnen die Büchse der Pandora

Die zweite Rezension zu unserer Jubiläumsanthologie erschien in der WAZ

WAZ Bochum, 28. November 2012 – von Tom Thelen

Die Verweildauer Studierender an der Akademie ist in Zeiten des Bachelors gesunken, manch studentische Kulturnische klagt auch darüber, dass die angehenden Akademiker ín verschulten Studiengängen kaum noch Zeit und Muße finden, sich kreativ zu betätigen. Da ist es erfreulich, dass die 2002 gegründete Literaturinitiative „Treibgut“ jetzt ihren zehnten Geburtstag feiert. Das passiert mit gleich zwei prominent besetzten Veranstaltungen und einer Anthologie.
„Treibgut – Pandoras Büchsenöffner“ (Bochumer Universitätsverlag, 232 Seiten, 9,90 €) ist dabei schon die dritte Sammel-Publikation der Gruppe, die dabei mit „boskop“, dem Kulturbüro des Bochumer Akademischen Förderdungswerks (Akafö) kooperiert. Gewählt haben die Herausgeber, Ulrich Schröder, Philip Dorok, Tim kollande, Johannes T. Opfermann, Julia Piel und Antonia Stoodt, das Thema des apokalyptischem Antikemythos, um einen „besonderen zeitgeistig-kritisch-reflexiven Schwerpunkt“ zu setzen.
Versammelt finden sich also junge Texte, die sich zuweilen lose und nur implizit um die antiken Plagen kümmern, dafür aber um so lustvoller in eine offenbar äußerst krisenhaft wahrgenommene Gegenwart zu kömmern. 
[weiterlesen]

Pandoras Büchsenöffner

Die :bsz war die erste Zeitung, die Pandoras Büchsenöffner rezensierte

:bsz, 12. November 2012 – von Marek Firlej

Sie treiben wieder ihr Unwesen, und das ist auch gut so: Im Semestertakt präsentiert die Literaturinitiative Treibgut junge Literatur aus der Ruhr-Universität und ihrem Umfeld auf ihren Gestrandet-Lesungen. Dieses Wintersemester aber ist ein ganz besonderes: Das Treibgut strandet nämlich nicht nur im KulturCafé, sondern auch im Freibeuter im Bermuda3eck und trägt in den darauffolgenden Wochen die Campusliteratur noch weit über den „Hafen des Wissens“ hinaus. Anlass ist das zehnjährige Bestehen der Initiative und die Präsentation der Jubiläumsanthologie „Treibgut – Pandoras Büchsenöffner“.
„Komm mit auf die Reise und lass Dich einfach treiben!“, liest man auf dem Klappentext der am 28. November erstmals der Öffentlichkeit präsentierten Textsammlung. „Von epischen Posaunenklängen begleitet geht es zwischen gefühlvoller Lyrik und absurder Prosa vorbei an satirischen Spitzen mitten hinein ins Wortspiel-Inferno. Von dort nur einen Seitenhieb entfernt winken schließlich die rettenden Gestade der Postapokalypse…“ Ist die Postapokalypse wirklich die Rettung? Kann man das Unheil nicht irgendwie abwenden, Pandora den Büchsenöffner im letzten Moment aus der Hand reißen? [weiterlesen]

2010

Wahnsinnig exorbitante Weihnachtslesung an der RUB

bo-alternativ.de schrieb über unsere wahnsinnig exorbitante Weihnachtslesung im Veranstaltungszentrum der Mensa: boalternativ

bo-alternativ.de, 14. Dezember 2010

Es hätte ein langweiliger Abend bleiben können – doch zum Glück hatte sich das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW im Vorfeld der gestrigen Weihnachtsfeier des RUB-Rektorats, zu der auch akademische Prominenz aus dem ganzen Land geladen war, für ein höchst politisches satirisches Begleitprogramm entschieden.
Die Treibgut-Literaturaktivisten Philipp Dorok und Uli Schröder würzten das Buffet, an dem sich zahlreiche Rektor_innen diverser NRW-Hochschulen, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sowie RUB-Rektor Elmar Weiler labten, mit einer geballten Portion exorbitanter Satire…
[weiterlesen]

Gestrandet an den Gestaden der Literatur

WAZ-Serie Literarische Gruppen (4): „Treibgut“ schließt Lücke zwischen Nachwuchs und gestandenen Autoren

WAZ Bochum, 14. August 2010, S. 6 – von Carsten Marc Pfeffer

Die Studierenden stehen vor dem AStA-Kulturcafé Schlange. An der Kasse gibt es keine Einlasskarte, sondern einen Stempel auf den Handrücken: „Treibgut“ steht darauf. Die studentische Literaturinitiative hat auch acht Jahre nach ihrer Gründung nichts von ihrem Reiz verloren. Nach wie vor steht am Ende der legendären „Gestrandet“-Lesungen den jungen Campustalenten die offene Bühne zur Verfügung. Viele Geschichten gibt es zu erzählen
„Das waren schon tolle Zeiten“, erinnert sich Treibgut-Initiator Uli Schröder. Damals hatte er zusammen mit Oliver Uschmann und einigen anderen Studierenden der RUB die Initiative gegründet. Ziel sei es von Anfang an gewesen, die Lücke zwischen etablierter junger Literatur und noch weniger bekannten Jungautoren zu schließen. Erster Höhepunkt dieser Bemühungen war 2004 die Lesung mit Frank Goosen.
Mit 300 Gästen war das Kulturcafé restlos ausverkauft. Fortan bemühte sich die Initiative, auch campusferne Orte zu bespielen. Sei es die Riff-Halle oder die Stadtbücherei Bochum, Treibgut gewann an Präsenz.
Die spektakulärste Lesung fand zum Thema Klimawandel im Foyer des Tropenhauses des Botanischen Gartens der RUB im Hochsommer bei brütender Hitze statt. Zu Gast waren an diesem Abend Mathias Schamp und Volker Wendland. „Wir schwitzten und schwitzten und lasen und lasen“, erinnert sich Uli Schröder.
Doch auch publizistisch wurde die Initiative aktiv. 2007 erschien mit „Treibgut – 42 Spuren am Strand“ eine beachtenswerte Anthologie mit Texten von 42 Treibgut-Autoren und Gästen, von denen Björn Kern, Jörg Albrecht und Martin Becker im selben Jahr für den Bachmann-Preis nominiert waren.
In den letzten acht Jahren hat sich vieles geändert. Oliver Uschmann ist mittlerweile ein Bestsellerautor mit schwindelerregenden Auflagen, und aus Uli Schröder ist ein promovierter Fremdsprachendozent und Journalist geworden. Doch Schröders Liebe zur Literatur ist ungebrochen, wie ein Mausklick in seinen fulminanten Blog Ruhrpiranhas – Metropolensatire beweist. Aber in Fragen der Literaturinitiative müssen jetzt mal die Youngsters ran.
Mit Johannes Till Opfermann und Philipp Dorok, der gleichsam die Literaturzeitung Schriftzeit für den germanistischen Fachschaftsrat herausgibt, strebt das Organisationsteam neuen Höhepunkten entgegen. Die nächste Gestrandet-Lesung wird am Mittwoch, 24. November, ab 20 Uhr im Kulturcafé stattfinden. Erwartet wird das Bochumer Poetry-Slam-Wunder Sebastian 23. Wie immer wird es für die Nachwuchstalente eine offene Bühne geben. Kontaktaufnahme bitte über die Homepage der Initiative.
„Zum zehnjährigen Bestehen 2012 haben wir uns eine ganz besondere Überraschung ausgedacht“, so Uli Schröder. Verraten wird aber noch nichts. Nur so viel: „Die Ruhr wird dabei eine große Rolle spielen.“ – Na, das kann ja spannend werden..

Advertisements